Über mich

Mein Name ist Florens Kosicek und ich studiere an der University of Applied Sciences St. Pölten Digital Media Production in der Masterklasse 3D Audio und Sound Design, aktuell im dritten Semester. Davor habe ich an derselben Hochschule den Bachelor Medientechnik abgeschlossen und mich dort bereits in Richtung Audio spezialisiert.
Meine Begeisterung für Ton kam früh und vor allem über die Musik, später kamen in großem Maß Filme dazu. Was mich daran bis heute fasziniert, ist die direkte Verbindung von Klang und Emotion. Gerade im Film ist Ton ein großartiges Werkzeug, um Bildern zusätzliche Wirkung und Ladung zu geben.
Im Lauf meiner Ausbildung habe ich einige Medien ausprobiert, angefangen bei der Fotoklasse an der Graphischen. Im Audiobereich bin ich angekommen, allerdings nicht, weil ich mich dort am sichersten fühle, sondern weil ich das Ende meines Interesses hier so schnell nicht kommen sehe.
Zu Hause bin ich derzeit vor allem in der Film-Audio-Postproduktion. Daneben mache ich immer wieder Synth-Jams mit Freunden und helfe bei Projekten aus.
Die Projekte, die ich im Lauf des Masters umgesetzt habe, sind auf dieser Seite dokumentiert.
1. Semester (WS2025/26)
SOUND DESIGN MAX/MSP: NEUVERTONUNG „JOY STREET“
Im Zuge der Lehrveranstaltung „Einführung in die Masterklasse 3D Audio & Sound Design“ bestand in den von Patrik Lechner geleiteten Einheiten die Aufgabe darin, eine frei gewählte Filmszene synthetisch mit Max/MSP-Patches neu zu vertonen. Meine Wahl fiel auf einen Ausschnitt aus „Joy Street“ von Suzan Pitt, einem Animationsfilm, den ich sehr schätze. Konkret handelt es sich um jene Szene, in der ein Spielzeug magisch zum Leben erweckt wird.
Für die Klangerzeugung arbeitete ich mit Frequenzmodulation, um die Bewegungen des Spielzeugs möglichst spielerisch einzufangen und der Szene neues Leben einzuhauchen. Die Max/MSP-Patches steuerte ich teils über MIDI-Noten an und ergänzte Automationen, teils spielte ich sie live und nahm das Audio direkt in Ableton Live auf. Einzelne Aufnahmen bearbeitete ich anschließend noch weiter und passte sie im Schnitt an die Szene an.
FILMVERTONUNG „VOTE“
Im Zuge der Lehrveranstaltung „Masterklasse 3D Audio & Sound Design“ vertonten wir in Dreierteams einen Ausschnitt des Films „Vote“ neu. Der Film spielt in einer Parallelwelt und zur Gänze in einem Café, in dem Tisch und Rang über ein Votesystem vergeben werden, ergänzt um eine Lovestory. Vom Originalton blieben lediglich diegetischer Gesang und Musik erhalten, gesprochen wird im Film ohnehin nicht. Das gesamte übrige Sound Design musste also neu entstehen.
Mein Schwerpunkt lag in der Postproduktion, wo ich die einzelnen Klangelemente in der Pro Tools Session platzierte und einen Großteil der finalen Abmischung übernahm. Viel Zeit floss in den Aufbau der Raumatmosphäre. Beim Walla stellten sich schnell grundsätzliche Fragen: Welche Sprache wird in dieser Parallelwelt überhaupt gesprochen, und soll man einzelne Gäste heraushören oder nicht? Ich durchforstete zahlreiche Restaurant-Atmos und schachtelte am Ende mehrere Ebenen ineinander, bis der Raum stimmig wirkte.
Besonders spannend finde ich an solchen Projekten die kleinen Detailgeräusche. Das Blinken einer Lampe etwa bekommt erst über den Ton die Wirkung, die es eigentlich verdient. Gerade diese unscheinbaren Ebenen entscheiden oft darüber, wie glaubwürdig eine Szene am Ende wirkt.
Am aufwendigsten waren allerdings die Schritte. Sie sauber zu positionieren und so zu mischen, dass sie im Bild sitzen und dabei halbwegs gut klingen, hat deutlich länger gedauert als gedacht.
Semester (SS2026)
PERLENSOUND
Das Konzept für PerlenSound erarbeitete ich im ersten Semester im Zuge der Lehrveranstaltung „Masterklasse 3D Audio & Sound Design“, umgesetzt habe ich es im zweiten Semester. Die Vorgabe war, ein eigenes Projekt rund um Sound zu entwickeln, das sich im gegebenen Rahmen auch tatsächlich realisieren lässt.
PerlenSound ist eine iOS-App für Kinder der ersten und zweiten Volksschulstufe. Die Kinder legen ein physisches Raster aus 6 x 6 Bügelperlen, fotografieren es mit dem iPhone, und die App übersetzt das Farbraster in einen einzelnen Ton. Ein digitales Raster gibt es in der App bewusst nicht, gestaltet wird ausschließlich mit den Perlen in der Hand.
Jeder der drei verwendeten Farben sind drei Klangparameter zugeordnet. Rot wirkt warm und kräftig über Sättigung, Tremolo und Sub-Pegel, Gelb hell und leicht über Filter-Cutoff, Shimmer und Sustain, Blau kalt und ruhig über Hallanteil, Hall-Dämpfung und Release. Maßgeblich ist dabei nur, wie oft eine Farbe im Raster vorkommt, nicht wie sie angeordnet ist. Da nur 36 Felder zur Verfügung stehen, geht ein höherer Anteil einer Farbe immer zulasten der anderen, was beim Legen unmittelbar sichtbar wird.
Technisch besteht die App aus einer Oberfläche in Swift und SwiftUI, während die Klangerzeugung über einen Pure-Data-Patch läuft, der via libpd eingebunden ist. Die Kamera erfasst das Raster, die Farbwerte werden automatisiert ausgewertet und in Rasterwerte übersetzt. Die Oberfläche hielt ich bewusst textarm, damit auch Kinder mit geringer Lesekompetenz selbstständig zurechtkommen. Am aufwendigsten war dabei die Einbindung von libpd, also die Verbindung zwischen App und Klangerzeugung.
Getestet wurde der Prototyp bisher nur intern am Zielgerät. Für das kommende Semester ist eine formative Kurzevaluation mit zwei bis vier Lehrpersonen der ersten und zweiten Schulstufe geplant.

KURZFILM “ZORA”
Im Zuge der Lehrveranstaltung „Vertiefung Berufsfeld: Tun, Forschen, Gründen“ übernehme ich für den Kurzfilm „Zora“ der Masterklasse Film & TV das Sound Design sowie die Mischung. Der Film ist ein Gothic Horror von rund 15 Minuten Länge, angesiedelt in einem fiktiven Dorf im Wald des 19. Jahrhunderts. Erzählt wird von einer Frau, die acht Jahre nach ihrem Verschwinden mit übernatürlichen Kräften zurückkehrt, um Rache an ihrem gewalttätigen Ehemann zu nehmen.
Die gestalterische Leitidee ist Realismus. Gerade dadurch, dass alles konsequent körperlich und real klingt, soll das Übernatürliche glaubwürdig werden. Ein großer Fokus liegt dabei auf den Naturatmosphären, die den Wald als Schauplatz tragen. Das Klangmaterial entsteht aus eigenen Field- und Foley-Aufnahmen sowie aus kuratierten Sound-Libraries, gearbeitet wird in Pro Tools, abgemischt wird in Stereo.
Klangkonzept, Ideenbesprechungen mit Regie und Produktion sowie die Projektaufsetzung sind abgeschlossen, der Dreh ebenfalls. Aufnahmen, Sound Design, Editing und Mischung stehen im Herbst 2026 an. Der Beitrag wird ergänzt, sobald das Projekt abgeschlossen ist.

