
Ich bin Florian Winkler oder auch unter meinem Künstlernamen TNMEISTER bekannt, und studiere aktuell an der University of Applied Sciences St. Pölten Digital Media Produktion in der Masterklasse 3D Audio und Sound Design im zweiten Semester.
Zuvor habe ich an der JKU & Kunstuniversität Linz meinen Bachelor im Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichte und Mediengestaltung abgeschlossen und dort meinen Schwerpunkt im Bereich Audio entwickelt. Um diesen zu vertiefen, studiere ich neben dem Master an der USTP zeitgleich Zeitbasierte Medien an der Kunstuniversität. Nach dem Studium möchte ich das erlernte Wissen dazu nutzen, um es in einer pädagogischen Funktion wieder weitervermitteln zu können.
Freiberuflich begeisterte ich mich für Drum & Bass und bin seit 3,5 Jahren als Obmann für den Verein MXK – Verein zur Förderung elektronischer Musik und Klubkultur tätig, für den ich sowohl regelmäßig Events organisiere und umsetze, als auch selbst hinter den DJ-Decks stehe. Daneben brennt meine Leidenschaft auch für die Musikproduktion, bei der meine Spezialität die Synthese von Sounds, insbesondere Bässe und Leads, und deren Post-Processing ist.
1. Semester
Filmnachvertonung „Vote!“
Im Rahmen der 3D Audio & Sound Design Masterklasse bei Eli Frauscher haben wir in 3er Gruppen eine eigene Vertonung zum Kurzfilm „Vote!“ durchgeführt. Das Setting spielt in einem bizarren Jazzclub, in dem Menschen und TV-Mensch-Hybriden um die Gunst der anderen Gäste spielen. Diese bestimmt den Rang ihres Sitzplatzes. Für unsere Vertonung wurde uns ein ca. 5-minütiger Ausschnitt mit der Musikspur übergeben.
Gemeinsam haben wir im Tonstudio zunächst Foleyaufnahmen hinsichtlich der Schritte, Kleidung und bewegten Objekten durchgeführt. Im weiteren Verlauf habe ich mich besonders auf das Sound Design der TV-Menschen konzentriert, die ich mit einer Reihe von Plugins wie VST Speek oder Serum erzeugt habe und anschließend mit EQing, Distortion, Glitch Effekten etc. ein passendes Klangbild verliehen habe.
MAX/MSP-Nachvertonung „The Ritual (2017)
Ein weiteres Projekt des Semesters war die Nachvertonung einer Filmszene ausschließlich mit in MAX/MSP generierten Sounds. Dafür habe ich mich für eine Szene aus „The Ritual (2017)“ entschieden, bei der vor allem die Geräusche von Donner & Regen als auch eine knarrende Holztür präsent sind. Erzeugt mithilfe von Brown Noise und einem ADSR-gesteuerten Klick-Generator, wird das Donnern mithilfe von Distortion, Clipping, Reverb, Resonanzfiltern und Feedback Delay in MAX zum Leben erweckt.
2. Semester
Kurzfilm „There is a Dragon in the Dungeon“
Im Zuge der „Vertiefung Berufsfeld – Tun/Forschen/Gründen“ mussten wir uns bei einem ausgeschrieben Projekt beteiligen, wobei ich mich dazu entschieden habe ein Projektteam aus der Animation and Visual Effects Masterklasse rund um Matthias Mayer herum bei einer Kurzfilmproduktion zu unterstützen. Mein Arbeitsbereich umfasst dabei die Vertonung am Filmset, Foleyaufnahmen, Scoring und Post-Production.
Namensgebend handelt der Kurzfilm über das beliebte Pen-&-Paper-Rollenspiel „Dungeons and Dragons“ und begleitet eine Gruppe abenteuerlustiger Spieler bei der Erkundung einer vermeintlich ungefährlichen Höhle. Hierzu fanden über zwei volle Tage verteilt Dreharbeiten vor der Kamera im TV-Studio am Greenscreen als auch an einem mobilen Set statt. Hier habe ich mit einem Zoom H6 und einem Sennheiser MKE 600 die Aufnahme durchgeführt. Herausfordernd war der Schatten durch die Boompole und dem Mikrofon, der sich nicht am Greenscreen und den Schauspielern befinden durfte. Da es einer der vielen Hitzetage dieses Jahr war mussten wir zudem regelmäßig die Klimaanlage aktivieren, die jedoch nach dem Abschalten noch länger nachklingt und die Aufnahmen erheblich stört. Dennoch konnten wir die Drehtage erfolgreich abhandeln und die einzelnen Tonspuren konnten bereits übergeben werden.

Zu den Filmaufnahmen werden in der Post-Produktion Animationen und virtuelle Effekte hinzugefügt und anschließend von mir mit den Tonspuren versehen, abgemischt und falls Arbeitszeit übrig bleibt mit einer Score unterlegt. Wir haben uns hierzu eine Prioritätsreihenfolge besprochen, wo der Fokus primär liegen sollte. Da sich der Film noch in der PP befindet, läuft das Projekt noch über den September weiter – stay tuned for updates 😉
Dubomat
Für das Sound Interaction Design Masterklasseprojekt habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie sich Dub Culture, elektronische Musik und eine Jukebox mit einem Zigarettenautomat verbinden lassen. Das Projekt „Dubomat“ untersucht die Umwidmung eines solchen Automaten zu einer Schnittstelle für digitale und physische Audiowiedergabe. In Kooperation mit lokalen Künstler*innen wird dabei eine Auswahl an unveröffentlichten Tracks – sogenannten Dubs – angeboten. Über die Tastenauswahl lässt sich jeweils ein aussagekräftiger Ausschnitt aus einem der Tracks abspielen. Findet ein User gefallen an einem der Track, lässt sich der Track wie bei einem Zigarettenautomaten erwerben. Per Münzeinwurf und Tastenauswahl wird ein physischer Datenträger verpackt in einer Schachtel ausgeworfen, auf dem sich der gewählte Track befindet.

Die Umsetzung des Projektes erforderte das Überwinden einer Vielzahl an Hürden und eine grundlegende Vertiefung in Signalverarbeitung, Elektronik und Programmieren. Über mehrere Überarbeitungsphasen hinweg wurde die Tastenerkennung des Automaten immer genauer, von der aus zwei Microcontroller für die Audiowiedergabe angesteuert werden. Auch die Audioqualität wurde mehrmals revisioniert. Auch für die Ausgabe der Zigarettenschachteln, sogenannten „Dubpacks“ musste ich mich mit den MDB-Modulen auseinandersetzen und eine Schachtel entwerfen, die vom Gewichtssensor des Automaten erkannt wird und effizient herzustellen ist.