Ylva Hintersteiner

Mein Name ist Ylva Hintersteiner und ich studiere aktuell an der University of Applied Sciences St. Pölten Digital Media Produktion in der Masterklasse 3D Audio und Sound Design im zweiten Semester.

Ich habe bereits zuvor an der Universität Wien den Bachelor Musikwissenschaften abgeschlossen und bin danach an die USTP gewechselt, und habe dort den Bachelor Medientechnik mit Schwerpunkt auf Audio und Musik besucht.

Ich interessiere mich für Audio in all ihrer Vielfalt. Besonders aber gefällt mir der Themenbereich Film- und Game-Sound Design.

Aktuell arbeite ich in der Musikredaktion des Campus und City Radios St. Pölten CR94.4 und schreibe als freie Autorin für das Musikmagazin MICA.

1. Semester (WS2025/26)

Filmvertonung „Vote!“

Im Zuge der Lehrveranstaltung „Masterklasse 3D Audio & Sound Design“ haben wir Einheiten besucht, die von Eli Frauscher geleitet wurden. Ziel war es in Dreierteams einen Ausschnitt des Films „Vote“ neu zu vertont. Einzig die diegetische Musikspur ist erhalten geblieben vom Originalton. Umgesetzt wurde das Ganze mittels mehrerer Foley-Aufnahmetage im Studio A der USTP. Des Weiteren wurden auch Sound Libraries genutzt, um gewissen Klangelemente (z.B. Scheinwerfer) zu vertonen.

Meine Aufgaben lagen zum einem beim Recording der Foleys, aber auch später in der Postproduktion beim Platzieren der einzelnen Klangelemente in der Pro Tools Session. Ich habe auch die finale Abmischung des Projekts vorgenommen. Besonders spannend war das Probieren im Studio, welche Geräusche wirklich möglich sind. Gleichzeitig hat mir aber auch die Analyse und das Fokussieren auf die wirklich zentralen Klänge im Film sehr viel Spaß bereitet.

Sound Design MAX-MSP

Die visuelle Programmiersprache von MAX-MSP erlaubt gerade im auditiven Bereich viele Möglichkeiten. Gemeinsam mit Patrik Lechner haben wir diese Bereiche noch weiter intensiviert und kennengelernt. Ziel der Lehrveranstaltung war die Vertonung eines visuellen Materials mittels synthetischer Sounds, die in MAX-MSP gebaut wurden.

Für mein Projekt habe ich mich für einen Ausschnitt des Musikvideos „The Ghost of You“ der US-Amerikanischen Rockband MY CHEMICAL ROMANCE entschieden. Das Video spielt während des 2. Weltkriegs und zeigt die Landung der US-Soldaten in Europa. Durch das durchaus sehr komplexe Geschehen im Video bat das Material eine gute Grundlage, um diverse Soundelemente auszutesten. Zentrale Klangobjekte sind die Schussgeräusche, die Explosionen, sowie das Wasser. Der klangliche Aufbau ist dabei durchaus sehr komplex. Besonders hilfreich war dabei das Buch „Designing Sound“ von Andy Farnell, sowie die Expertise von Patrik Lechner. Das Endprodukt ist ein Ausschnitt des Musikvideos mit Klängen, die in MAX-MSP entwickelt wurden.

Bild des MAX Patches. Grauer Hintergrund mit MAX-Elementen

Studioproduktion „Unseen“

Als übergreifendes Masterklassenprojekt wurde die Studioproduktion „Unseen“ aufgezogen. Studierende der Masterklassen Film & TV, Animation und 3D Audio & Sound Design haben gemeinsam an einer halbstündigen Fernsehsendung gearbeitet. Das Sendungskonzept selbst war eine Mystery-Gameshow, in der Teilnehmer:innen erraten mussten, ob drei Geschichten wahr oder Fiktion sind. Die drei Geschichten wurden als Einspieler voraufgezeichnet.

Ich übernahm die Rolle als Teamleiterin für den Audiobereich. Zusammen mit meinen beiden Kollegen Chris Diem und Kilian Zachhuber haben wir sowohl die Pre-Produktion, als auch die Live-Sendung begleitet. Zu meinen Aufgaben zählte die Koordination mit den anderen Departments, die Ausarbeitung einiger klanglicher Einspieler, die auditive Nachbearbeitung der Geschichten, sowie die Betreuung der Live-Mischung. Gemeinsam mit meinen Kollegen habe ich außerdem ein Ton-Konzept für die Sendung ausgearbeitet und die Mikrofonierung des Studios und aller Teilnehmer:innen betreut.

Die Sendung „Unseen – Wahrheit oder Täuschung“ wurde schlussendlich live am 15. Jänner 2026 auf YouTube ausgestrahlt.

Das Projekt ermöglichte einen Einblick in die Realität von Live-Fernsehen. Ich konnte einiges durch die Produktion lernen. Zum einen hat das Projekt gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Departments ist. Gleichzeitig können hier natürlich auch Missverständnisse auftreten. Die Produktion hat verdeutlicht, wie diese auch zukünftig vermieden werden können. Auch das Ton-Konzept war eine spannende Erfahrung und zeigt auf, welche Notfälle (z.B.: Funkausfall) mitgedacht werden müssen. Insgesamt konnten wir mit dem finalen Produkt recht zufrieden sein und der Mehrwert – die Lernkurve – war definitiv gegeben.

2. Semester (SS2026)

Kurzfilm „Carlina“

Im Rahmen des Faches „Tun, Forschen, Gründen“ besteht die Möglichkeit sich bei diversen Projekten zu beteiligen. Ich habe mich für die Sparte „Tun“ entschieden und dabei bei einer Kurzfilmproduktion der Masterklasse Film & TV mitgearbeitet. Konkret war die Stelle als 1. Tonassistenz ausgeschrieben, durfte aber dann auch Aufgaben als Tonmeisterin am Set übernehmen.

Die Handlung des Films erzählt von einem Geschwisterpaar, welches eine Alm in der frühen Nachkriegszeit gemeinsam bewirtschaftet. Als ein junger Hilfsarbeiter über den Sommer zu ihnen stößt, verändert sich die Dynamik am Hof zunehmend. Magdalena, die Hauptprotagonistin, muss damit erst einmal zurechtkommen.

Besprechung am Set von "Carlina".
Besprechung am Set (Fotocredit: Andreas Reiberg)

Wie die Synopsis bereits verrät, spielt der Film auf einer abgelegenen Almhütte. Gedreht wurde daher auf einer Alm in der Nähe von Lunz am See, im Zeitraum vom 04. bis zum 11. Juli. Eine Szene wurde aufgrund des schlechten Wetters im Juli noch nachgedreht.
Die Technische Leitung wurde von Sebastian Heiden übernommen. Er war somit auch für den Audiobereich zuständig. Die konkrete Umsetzung der Tonaufnahmen am Set war meine Aufgabe, gemeinsam mit meinem Tonassistenten Kilian Zachhuber. Als Audio-Team übernahmen wir die richtige Verkabelung der Schauspier:innen mit Lavalier-Mikrofonen, das richtige Einpegeln der Einzelsignale, sowie die Aufnahme der Sprache und Atmo und die Abhöre der Aufnahmen direkt am Set / während des Drehs. Letzteres hat durchaus immer wieder Herausforderungen mit sich gebracht, da teilweise die Umgebung nicht frei von Neben- / Störgeräuschen war, wie etwa das Rauschen des Wasserfalls oder vorbeifahrende Autos. Aufgenommen haben wir das Ganze mit einem Funkaufbau. Sowohl die Lavalier-Mikrofone, als auch das Boom-Mikrofon waren an einen Sennheiser-Funksender angeschlossen. Die Empfänger waren wiederum an meinem Sound Devices MixPre-6 Recorder angeschlossen. Das hat eine sehr bewegliche Aufnahme und Positionierung ermöglicht, ohne auf kabelgebundene Limitationen achten zu müssen. Gleichzeitig war es auch Teil meiner Aufgabe, genau darauf zu achten, dass keine Funklöcher entstehen, da sonst Fehler in der Aufnahme entstehen.

Die Zeit am Set war fordernd, aber auch sehr lehrreich und mit viel Freude und Motivation verbunden, da das gesamte Team, auch in kniffligen Situationen, zusammengehalten hat. Mir persönlich hat die Arbeit sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich bereits das Projekt, welches aktuell gerade im Schnitt ist, noch weiter zu verfolgen.

Kurz vor einem neuen Take (Fotocredit: Andreas Reiberger)

Masterklassenprojekt „VBR SOUNDS“

VBR Sounds ist mein Masterklassenprojekt im Rahmen des Faches „3D Audio & Sound Design“. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Ybbsitzer Startup VBR Innovations entstanden. VBR Innovations arbeitet am weltweit schnellste, remote-controlled Sim-Racing System. Über das System werden Modellautos in verschiedenen Ausführungen gesteuert. Dabei werden reale G-Kräfte über das System für die Fahrer:innen spürbar.

VBR Sounds soll das Produkt in seiner Immersion noch weiter verstärken. Ziel des Projekts ist es eine Soundscape zu erschaffen, die ein reales Renncockpit hörbar und erlebbar macht. Durch einen umfassenden MAX MSP Patch werden synthetische Motorenklänge erschaffen. Steuerdaten, wie etwa die errechneten Drehzahlen am Simulator werden in real-time an den Patch via OSC-Datenpakete weitergeleitet. So reagiert das System auf das reale Renngeschehen und ermöglicht ein noch immersiveres Fahrerlebnis.

3. Semester (WS2026/27)

coming soon 🙂